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    Emil Feuz

    Heute gehen die 4 Fragen an Emil Feuz; gemeinsam mit seiner Frau Esther führt der das Naturfreundehaus Reutsperre oberhalb von Meiringen BE. Emil, der 30 Jahre lang als Primarlehrer gearbeitet und unter anderen in der Sucht-Therapie und -Prävention gearbeitet hat, ist zudem diplomierter Bergführer.


    Das NF-Haus Reutsperre liegt inmitten einer fantastischen Berglandschaft: Rosenlaui-Gletscher, Engelhörner, Wetterhorn und Reichenbachfälle locken in nächster Nähe. Grund genug, mehr als bloss einen Tag im Haus zu verbringen. Wie sieht es bei euch für den Oktober aus?
    Wir können bei uns bis zu 80 Personen unterbringen. Es ist allerdings nicht unser Ziel, das Haus «voll zu stopfen». Den Menschen soll es wohl sein bei uns. Ab 4. Oktober haben wir wieder ausreichend Platz, um es sich wohl ergehen zu lassen und – so hoffen wir – goldene Herbsttage in unserem Tal zu geniessen.

    Man hört, dass du – als Bergführer und Erlebnis-Pädagoge – auch eigens für einen Tag Seil-Touren durch Schluchten einrichtest. Worum geht es dabei?
    Hindernisse überwinden, indem wir selber die nötigen Anlagen wie z. B. eine Seilbahn über eine Schlucht bauen oder durch die Hohlräume in den mächtigen Bergsturz-Trümmern neben unserem Haus kriechen, bietet mehr als Adrenalin. Begeisterung beim Einrichten und nachher das Gefühl von Stolz – das ist’s, was wir doch alle gern haben.

    Dein Leitgedanke als Bergführer ist und war die Idee des «beschaulichen Bergsteigens». Was meinst du damit?
    Ist Bergsteigen nicht per se eine Leistungs-Angelegenheit?
    Zum Bergsteigen gehört natürlicherweise das Sportliche, die Leistung. Schliesslich kommt man nicht ohne Anstrengung auf einen Berg – ausser mit dem Helikopter. Jedoch  vieles, was wir auf dem Berg und unterwegs antreffen, braucht Musse, Beschaulichkeit, Ruhe, um es zu erkennen. Und die Freude, die wir daraus schöpfen, ist so wertvoll wie die an den Höhenmetern, Minuten oder gar Sekunden.

    Im Haus Reutsperre gibt’s abends stets eine komplettes Menü und morgens ein währschaftes Frühstück. Dafür zeichnet deine Frau Esther verantwortlich. Wie setzt ihr den Gedanken der Nachhaltigkeit in die Praxis um?
    Nachhaltig leben und handeln heisst säen, dann pflegen, dann ernten und wieder säen usw. Nachhaltig sind nur Kreisläufe, die in einem gewissen Gleichgewicht sind. Gäste haben Anrecht auf ein sauberes Haus, gutes und reichliches Essen und kompetente Informationen, auf Respekt und Freundlichkeit zu einem fairen Preis. Dann kommen sie wieder und das ist nachhaltig.


    01.03.2013 16:39 Alter: 5 Jahre
    Ausgabe 3 | 2013, Naturfreunde aktiv