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    René Rindlisbacher

    Heute gehen die 4 Fragen an René Rindlisbacher, ­Sektion Kriens. Er ist seit 1982 bei den Naturfreunden, war im Vorstand der Sektion und amtet noch heute als ­Skitourenleiter. Die Sektion Kriens bietet bis 7 sieben ­Anlässe pro Monat an.


     

    Ende Mai war bei euch die Lucendro-Skitour im Programm. Wetterbedingt hattest du sie absagen müssen. Ausser Spesen nichts gewesen?
    Das kann man so nicht sagen. Immerhin entstanden uns ja keine Spesen, finanziell gesehen. Wir Skitourenfreunde sind es gewohnt, Verschiebungen und Absagen miteinzukalkulieren. Bei unbeständigem Wetter macht es keinen Spass und bei zusätzlich erheblicher Lawinenstufe wird es gefährlich. In dieser Situation ist für mich eine Absage unabdingbar.

    Du hast nicht nur mit den Schönheiten sondern auch mit den Gefahren von Skitouren einschlägige Erfahrungen gemacht. Sind
    Berge Lehrmeister?

    Im Februar 1996 wurden wir beim Aufstieg im Pilatusgebiet von einer Lawine verschüttet. Wir stiegen bei viel Neuschnee auf. Schlechte Sichtverhältnisse infolge Nebels führten uns von der Normalroute ab – dann ein Knall und eine Lawine deckte uns zu. Ein Kamerad konnte nicht mehr gerettet werden, wurde er doch 5 m tief verschüttet. Eine Frau konnte sich selbst retten. Nach etwa einer Stunde konnte sie mich orten und aus 1 m Tiefe befreien. Bei einer Körpertemperatur von nur noch 26 Grad überlebte ich mit sehr viel Glück. Ich betrachte die Berge als etwas von der Natur geschaffenes, Grosses und majestätisch Schönes, dem ich meinen grössten Respekt verleihe. Der Berg zeigt aber auch auf, wie es sein kann, wenn man sich dessen Gesetzen nicht anpasst. Die Berge haben mich vor allem Respekt, Dankbarkeit, Geduld und Ausdauer gelehrt.

    Im Januar war bei Euch die Voralpen-Skitour auf das Laucheren-
    stöckli angesagt. Welche Bedeutung kommt bei euch den Skitouren zu?

    In unserer Sektion waren Skitouren einst sehr beliebt und wir waren mit mehreren J+S- Skitourenleiter vertreten. Viele dieser Mitglieder haben inzwischen auf Schneeschuhwandern umgestellt, denn bei dieser Variante kann man auch verschneite Gipfel erreichen und zugleich das Verletzungsrisiko minimieren. Heute zählt unsere Sektion noch etwa 5–7 aktive Skitourenfahrer. Grundsätzlich nehme ich aus juristischen Gründen keine Nicht-NF-Mitglieder auf meine Skitouren mit. Habe aber ehrlich gesagt, auch schon meinen besten Skitourenfreund mitgenommen, in der Hoffnung, dass er mal Mitglied bei uns wird.

    Es ist Sommer, und wir reden von Skitouren. Erinnerst du dich an deine allererste Skitour? Wohin hatte diese geführt?

    Es war im Februar 1983. Ich kam ein Jahr zuvor von Basel in die Innerschweiz und kannte niemanden. Ein Arbeitskollege gab mir den Typ, über die Naturfreunde Kontakte zu schaffen. Die damals noch zahlreichen Skitourenfreaks der NF Kriens hatten mich für eine Tour überredet, obwohl ich zuvor seit 20 Jahren Skiabstinenzler war. Wir bestiegen den Glattgrat im Brisengebiet NW. Wahrscheinlich hatten meine Kollegen gewisse Befürchtungen. Entsprechend kümmerten sie sich um mich wie um einen kleinen Jungen. Dies habe ich sehr genossen und war sodann für weitere Skitouren topmotiviert. Bei uns bereits fest eingeplant ist die Skitour zum Wildspitz SZ am 19.1.2013!


    01.02.2012 16:39 Alter: 6 Jahre
    Naturfreunde aktiv, Ausgabe 2 | 2012