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    < Oswald Schaub

    Reto Solèr

    Heute gehen die 5 Fragen an Reto Solèr, Leiter der auch von den Naturfreunden Schweiz mitgetragenen Kampagne «Respektiere deine Grenzen – Schneesport mit Rücksicht». Dabei geht es um einen Schutz wild lebender Tiere vor den Folgen des Winter-Tourismus.


    Im kommenden Winter richtet die Kampagne ein Augenmerk auf Skifahrer, insbesondere Freerider. Worin liegt dabei die Knacknuss?

    Freerider sind meist jung und wollen wie schon der Begriff Freeriding ausdrückt, den Wind der Freiheit spüren. Es ist indes aus Sicht der Kampagne kontraproduktiv, wenn sich die Schneeschuhläufer und Skitourenfahrerinnen zum überwiegenden Teil respektvoll gegenüber den Wildtieren verhalten, hingegen die Freerider nicht. Es gilt folglich Überzeugungsarbeit zu leisten und die Freerider in ihrer Sprache und beispielsweise mit Videospots «abzuholen». Dazu arbeiten wir eng mit Protagonisten aus dieser Szene zusammen.

    Als weitere Zielgruppen hat die Kampagne die Schneeschuhläufer im Visier. Nun gehen aber gerade Schneeschuhläufer davon aus, sich naturverträglich zu verhalten. Machen sie sich damit etwas vor?

    Laut zweier repräsentativen Umfragen beträgt der Anteil jener, die den Schneesport abseits der Pisten für Wildtiere als «eher grosses» oder «sehr grosses» Problem betrachten, bei den Schneeschuhlaufenden bei rund 83 %, was einen hohen Wert darstellt. Gemäss denselben Umfragen hält sich diese Gruppe denn auch zum überwiegenden Teil an die Verhaltensregeln, welche durch die Kampagne kommuniziert werden.

    Gehen Hundebesitzer auf Winter-Touren, nehmen sie dazu ­gerne ihren Hund mit. Die Kampagne rät mit der Regel 4, Hunde an der Leine zu führen, insbesondere im Wald. Wird das in der Praxis befolgt?

    Dazu haben wir keine Zahlen. Die Kampagne legt deshalb grosses Gewicht darauf, weil Schneesporttreibende mit Hund zwar ein kleines Segment sind, aber enorm grossen Schaden anrichten, wenn Hunde Wildtieren nachjagen.

    Auerhuhn und Birkhuhn reagieren auf Störungen durch menschliche Schnee-Touren besonders sensibel. Nachdem die Kampagne nun bereits seit 2011 am Laufen ist: wie hat sie sich auf die Bestände dieser Tiere ausgewirkt?

    Laut einer Umfrage bei Wildhütern im Sommer 2013 zeigen sich diese zum überwiegenden Teil zufrieden mit der Wirksamkeit der Kampagne. Um konkrete Aussagen zu den Beständen zu machen, ist es aber noch zu früh.

    Eine persönliche Frage: wo und wie wirst du diesen Winter in der Natur unterwegs sein?

    Zum kleinen Teil mit den Tourenski, zum grösseren Teil mit Schneeschuhen und immer mehr mit breiten skandinavischen Langlauf-Latten. Meine Geheimtipps verrate ich selbstredend nicht … =) .


    07.01.2014 11:13 Alter: 4 Jahre
    Ausgabe 4 | 2013, Naturfreunde aktiv