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    Naturfreundehäuser als Basislager

    Wo der Glögglifrosch quakt und der Gelbringfalter gaukelt


    Der wohl bekannteste Naturpark der Schweiz ist der Nationalpark im Unterengadin. Naturparks gibt es indes auch anderswo in unserem Land. Seit in Kraft treten des neuen Natur- und Heimatschutzgesetzes im 2007 sind es bereits deren 16, und zusätzliche sind in der Aufbauphase. Wobei zu beachten ist: Naturparks gibt’s in unterschiedlichen Kategorien! Wo etwa die Natur in der Kernzone eines Nationalparks von menschlichen Tätigkeiten möglichst unberührt sein soll, sind Naturpärke durchaus auch Wirtschaftsräume – allerdings hat dieses Wirtschaften möglichst nachhaltig zu sein.

    Ein derartiger, regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung stellt der im 2011 vom Bund anerkannte Jurapark Aargau dar.  Gelegen zwischen Basel und Zürich, unweit von Aarau, Brugg und Frick, haben die Verwaltungen und die Stimmbürger von 29 Aargauer Gemeinden Ja zu diesem Parkprojekt gesagt – und damit auch Ja gesagt, je 5 Franken pro Einwohner und Jahr in dieses Projekt zu stecken. Das Ganze mit der Absicht, die hohen Natur- und Landschaftswerte der Region zu erhalten und andererseits die lokale Wirtschaft zu stärken; im Fokus dabei ist insbesondere der Tourismus und die Landwirtschaft.  

    Vom Glögglifrosch bis zum Föhrenwald
    Ein Spaziergang, eine Exkursion, eine Velotour in der Region des Naturparks Aargau lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Im Frühling etwa bieten die blühenden Hochstammobstbäume – die andernorts in der Schweiz so rar geworden sind – eine wahre Augenweide. Eindrücklich dabei  die Gegend um Frick: Wunderbar zu erleben ist dieses Blüten-Schauspiel bei einer Wanderung ab Gipf-Oberfrick auf dem „Chriesiwäg“ (Kirschenweg; gut ausgeschildert, mit Infotafeln, Länge: 6 km, siehe auch www.chriesiwaeg.ch). Eine weitere, ebenfalls landwirtschaftliche Besonderheit der Gegend ist der Weinbau: ob bei Schinznach-Dorf, Bözen oder Effingen, ob in Auenstein an der Aare oder in Mettau am Rhein – die Rebberge verleihen der Landschaft einen eigenen Charme.

    Von anderer Art, aber nicht minder charakteristisch für den Jurapark sind die lichten Föhrenwälder. Sie sind reich an Orchideen, und vor allem bieten sie Lebensräume für den auf der Alpennordseite äusserst selten gewordenen Gelbringfalter. Gute Chancen, diesem „Waldschmetterling“ zu begegnen, liefern Standorte bei Zeihen und Densbüren. In den Trockenwiesen um Densbüren gedeiht zudem die Gewöhnliche Küchenschelle, eine Pflanze, die sonstwo in der Schweiz heute ebenfalls kaum mehr anzutreffen ist.

    Hohe Verantwortung kommt dem Naturpark zudem für diverse Fledermaus- und Amphibienarten zu. So etwa ist die Grosse Hufeisennase ausser bei Wegenstetten ansonsten Schweiz weit lediglich noch an zwei Standorten im Wallis und in Graubünden nachgewiesen. Dank gezielten, in den letzten drei Jahren durchgeführten Massnahmen  etwas besser dran ist der „Glögglifrosch“ (die Geburtshelferkröte). Die Schwerpunktgebiete liegen  zwischen Herznach und Oberhof, Linn und Zeihen.

    NF-Häuser Schafmatt und Gislifluh
    Es sind die NF-Häuser Schafmatt und Gislifluh, die sich als Basislager für Wanderungen und Exkursionen im Gebiet des Juraparks besonders eignen. Das Haus Schafmatt (Tel. 062 842 59 00) mit seinen 32 Schlafplätzen liegt (am Jurahöhenweg) auf 840 Meter zwischen Oltingen BL und Rohr SO. Das Haus Gislifluh (Tel. 056 245 20 27) mit seinen 28 Schlafplätzen findet sich auf 628 Metern am Nordhang der Gislifluh (via Oberflachs AG). Beide Häuser eignen sich bestens als Gruppenunterkünfte (Küche zur eigenen Benutzung), auch für Schulen und Vereine (siehe auch www.naturfreunde.ch).  Die Schafmatt ist zudem jeweils jeden Sonntag bewartet. Und: der klassische „Höhenweg“ zur Schafmatt ist jener ab Passhöhe Staffelegg (Postautohalt) via Herzberg-Hof, Bänkerjoch, Wasserfluh, Salhöhe uns Geissfluh.

    Weitere Infos zum Jurapark:
    www.jurapark-aargau.ch,  Tel. 062 877 15 04.


    11.06.2013 09:53 Alter: 4 Jahre
    Ausgabe 2 | 2013, Naturfreundehäuser, Landschaft des Jahres
    Von: Herbert Gruber