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    < Ruhige Tage im Tirol

    Vom Umgang der Pflanzen mit dem Lebensquell Wasser

    Zu nass - zu trocken - zu heiss - zu kalt


    Ist’s heiss und brennt die Sonne vom Himmel, verziehen wir uns in den Schatten und trinken zusätzlich. Aber wie machen es unsere Pflanzen? Sie können ja nicht einfach „in den Schatten“ gehen! Wie haben sie’s mit dem Lebensquell Wasser?

    Wir alle wissen: Ohne Wasser kein Leben. So brauchen auch unsere Zimmerpflanzen Wasser. Zu wenig und sie welken und vertrocknen; zu viel und sie ‚ersaufen’ – und bekommen dunkle Flecken und können absterben.

    Auch Pflanzen transpirieren

    Unverholzte Pflanzen bestehen zu 90% aus Wasser. Mit dem Wasser aus dem Boden pumpen sie Nährstoffe in die Blätter. Sie brauchen das Wasser aber auch zur Photosynthese, d.h. zur Produktion von Zuckern mit Hilfe des Sonnenlichtes und Kohlendioxids. Die assimilierten Zucker liefern Energie und Bausteine für das Gewebe und das Holz. Aber das Wasser brauchen sie auch zur Kühlung – Pflanzen transpirieren. Pflanzen sind ortsgebunden. Sie haben sich im Laufe der Evolution indes an unterschiedlichste Umweltbedingungen angepasst und entsprechende Überlebensstrategien entwickelt: So gibt es welche, die mit sehr viel und andere die mit ganz wenig Wasser umgehen können – oder aber die sich gar auf das sowohl-als-auch „eingestellt“ haben.

    Im Teich- oder Seegrund, in dem Wasserpflanzen wurzeln, herrscht Sauerstoffmangel. Darum verfügen diese Wasserpflanzen über ein Luftgewebe, das Sauerstoff in die Stängel und Wurzeln transportiert. Schwimmen die Pflanzen auf der Wasseroberfläche, sind ihre Spaltöffnungen, die den Gasaustausch gewähren und durch welche die Pflanzen auch transpirieren, auf der Blattunter- statt auf der Blattoberseite.

    Pflanzen machen Mittagspause…

    Landpflanzen hingegen sind an trockene oder feuchte Standorte angepasst. Um den Wasserverlust zu reduzieren, schliessen die Pflanzen die Spaltöffnungen während der Mittagszeit. Bei Pflanzen trockener Standorte finden wir verschiedene Organe, die ihnen das Überleben sichern. Mit langen Wurzeln gelingt es ihnen, aus der Tiefe Wasser zu holen. Einige, wie etwa die Kakteen der Wüsten oder die heimischen Dickblattgewächse (Mauerpfeffer, Hauswurz), speichern das Wasser im Stengel oder in den Blättern. Bei manchen Pflanzen trockener Standorte sind die Spaltöffnungen oft tief eingebettet. Derart geschützt strömt die Luft weniger über sie und so verlieren sie weniger Wasser.

    Andere Pflanzen wiederum schützen sich gegen Hitze und Austrocknung mit Haaren. Ebenso schützen dicke, wachshaltige Hautschichten (Kutikula) die Blätter vor Wasserverlust. Die Blätter sind zäh und ledrig, z. B. bei zahlreichen Sträuchern in der sommertrockenen Macchie. Manche Pflanzen haben kleine Blätter mit eingerollten Rändern, so dass die Spaltöffnungen vor Wasserverlust geschützt sind oder sie stellen ihre Blätter senkrecht und werden so von der heissen, austrocknenden Sonne weniger direkt getroffen. Gebirgspflanzen, deren steiniger Grund wenig Wasser hält, rücken eng zusammen zu einem dicken Polster. So sind sie vor austrocknenden Winden geschützt. Andere Arten sammeln das rare Wasser mit Haaren
    oder Stacheln aus dem Tau.

    …und reduzieren die Verdunstung

    Bei uns stellt der Winter eine besondere ‚Herausforderung’ für die Pflanzenwelt dar, denn im gefroren Boden fehlt frei fliessendes Wasser. Die Pflanzen sind dann indirekt von Trockenheit (Frosttrocknis) bedroht. Mit unterschiedlichsten Strategien reduzieren die Pflanzen die Photosynthese und damit die Wasserverdunstung. Die Laubbäume und die Lärche beispielsweise werfen ihr Laub ab. Der Stamm ist durch die dicke Borke geschützt und die Knospen sind von harten, wasserundurchlässigen Schuppen bedeckt. Immergrüne Nadelbäume und Sträucher hingegen haben Nadeln und Blätter mit einer dicken, wasserundurchlässigen, schützenden Hautschicht. Krautige, einjährige Pflanzen hingegen sterben im Herbst ab. Ihr Überleben jedoch sichern die überwinternden, dickschaligen Samen. Mehrjährige, krautige Pflanzen schliesslich ziehen ihre Nährstoffe und Zucker in die unterirdischen Sprosse oder Wurzeln zurück und schlagen im Frühling wieder aus. In höheren Lagen ducken sich die niederliegenden Sträucher unter der Schneedecke und sind so vor dem Vertrocknen und auch starkem Frost geschützt.


    22.07.2014 15:37 Alter: 3 Jahre
    Natur erleben
    Von: Ursula Heiniger